Pressemitteilung EDEN-FÜR-JEDEN

von Eden für Jeden

Pressemitteilung

Hamburg ist grün – wie lange noch?
Wohnungsbau ohne Rücksicht auf das Stadtklima

Bei vielen Wohnungsbauprojekten im Bezirk Nord werden stadtklimatisch wichtige Grünflächen und Kleingärten vernichtet. Darauf weist die folgende Analyse der Initiative „Eden für Jeden“ hin, die gegen die Bebauung der Kleingärten im geplanten Pergolenviertel kämpft.

Ohne Zweifel: Hamburg braucht Wohnungsbau. Aber darf man zulassen, dass sich der Wohnungsbau in Heuschreckenmanier durch Hamburgs Grünanlagen und Kleingärten frisst?

Im Mai 2012 wurde die „Stadtklimatische Bestandsaufnahme und Bewertung für das Landschaftsprogramm Hamburg“ veröffentlicht. Initiator war die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.
Im Internet ist dieses Gutachten unter http://www.hamburg.de/hamburg-ist-gruen/3519286/stadtklima.html zu finden.

Im Rahmen dieses Gutachtens wurde bewertet, welche Grünflächen in Hamburg eine „hohe bis sehr hohe stadtklimatische Bedeutung“ haben (siehe Karte 1-13 im Gutachten). Der Hintergrund ist, dass sich von 2010 bis 2050 die Zahl der Hitzetage fast verdoppelt haben wird. Dies mag viele erfreuen, die sich in Hamburg eher durch Kälte und Nässe gebeutelt fühlen als durch Hitze. Leider steigt aber auch in jeder Hitzeperiode die Mortalität. Klimaexperten schätzen, dass zum Beispiel der Hitzesommer 2003 etwa 3500 Menschen in Deutschland zusätzlich das Leben gekostet hat. Prozentual im Norden sogar mehr als im Süden der Republik.

Wem das zu dramatisch erscheint: Jeder weiß um den Wert der Grünflächen. Nicht nur als Filter für Luftschadstoffe (z. B. an der Messstation Habichtstraße, wo die Werte für Feinstaub und Stickoxide immer wieder überschritten werden), sondern auch für das eigene Wohlempfinden sind Grünflächen wichtig.

Umso beunruhigender ist es, dass eine Analyse der Wohnungsbauprogramme im Bezirk Nord zeigt, dass viele Bauvorhaben gerade stadtklimatisch wichtige Grünflächen zerstören.
Im Einzelnen sind dies:

  • das geplante „Pergolenviertel“ zwischen Hebebrandstraße im Norden, der Straße Alte Wöhr im Süden, der Bahn im Osten und der City Nord bzw. dem Stadtpark im Westen. Von der aktuell 32,5 Hektar großen Kleingartenfläche sollen 8 Hektar Grünflächen und 6 Hektar Kleingärten übrig bleiben. Diese Kleingartenfläche soll vorher planiert und dann neu aufgeteilt werden, wodurch ca. 200 alte Obst-, Laub- und Nadelbäume verschwinden werden
  • der geplante Betriebshof der Hochbahn im Gleisdreieck am S-Bahnhof Rübenkamp
  • der Bebauungsplan Groß Borstel 25 auf dem Gelände des Güterbahnhofs Lokstedt und der angrenzenden Kleingärten zwischen Nedderfeld und der Tarpenbek
  • der Bebauungsplan Barmbek Nord 11 für das Gebiet nördlich vom Schlicksweg zwischen Dieselstraße und Steilshooper Straße bzw. Ivensweg, wo auch Kleingärten weichen müssen
  • der Bebauungsplan Uhlenhorst 13 an der Oberaltenallee.

 

Auch in anderen Bezirken sind stadtklimatisch wichtige Grünflächen bedroht, so zum Beispiel die grüne Dreiecksfläche zwischen Hasselbrook-, Papenstraße und Peterskampweg in Eilbek.

Man fragt sich natürlich, wo hier eine gesamtstädtische Planung bleibt. Die Antwort ist: Es gibt sie einfach nicht. Sonst würde es keinen Sinn machen, dass der am dichtesten bebaute Bezirk in Hamburg, nämlich Nord, im Rahmen des Wohnungsbauprogramms des Senats genauso herangezogen wird wie Bezirke, die über wesentlich mehr Flächenreserven verfügen.

So wird die Prognose des früheren Oberbaudirektor Egbert Kossak im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ vom 24.09.2012 langsam wahr:

„Einfach zu sagen, ich baue jedes Jahr 6000 neue Wohnungen, führt nur dazu, dass in ein paar Jahren alle noch verfügbaren Grünflächen zugepflastert sind.“

Es ist kein Zufall, dass der Widerstand der Bevölkerung gerade im Bezirk Nord besonders groß ist. So groß, dass sich 15 Bürgerinitiativen im Bezirk Nord zu der übergeordneten Plattform „Nordnetz Hamburg“ (www.nordnetz-hamburg.de) zusammengeschlossen haben.

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