Klimawandel und Stadtplanung

von Eden für Jeden

EDEN-FÜR-JEDEN   -   Hebebrand bleibt grünes Land
Eine Initiative zum Erhalt der Grünfläche und der Kleingärten

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Klimawandel? Aber doch nicht bei der Stadtplanung!


Auffällig bei vielen Bauprojekten in Hamburg ist, dass sehr oft Grünflächen und Kleingärten zerstört werden sollen und Flächen bebaut werden sollen, die in der Karte 1.13 der „Stadtklimatischen Bestandsaufnahme“ für Hamburg von Mai 2012 (http://www.hamburg.de/hamburg-ist-gruen/3519286/stadtklima.html) als „Grünflächen mit hoher bis sehr hoher stadtklimatischer Bedeutung“ eingetragen ist. Oft liegen diese Grünflächen in unmittelbarer Nähe zu Geschoßwohnungen, die in der Karte tiefrot markiert sind, d.h. sie sind definiert als „Prioritärer Entwicklungsbereich - Überdurchschnittlich hoher Anteil empfindlicher Bevölkerungsgruppen (> 65 Jahre bzw. < 5 Jahre) sowie dichte Bebauungsstruktur (GFZ >1) mit bioklimatischer Belastung während windschwacher Sommernächte und aktuell prioritärem Handlungsbedarf“.
Das heißt, anstatt benachbarte Grünflächen und Kleingärten zu vernichten, fordert dieses Gutachten, dass im Gegenteil Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die stadtklimatische Situation zu verbessern, also mehr Grünflächen zu schaffen.
Inzwischen gibt es eine lange Liste der Zerstörung von stadtklimatisch wichtigen Grünflächen und Kleingärten z. B. im Bezirk Nord bei den Bauvorhaben für das Pergolenviertel, Tarpenbek Greens, Dieselstraße, aktuell Dulsberg 6/Barmbek-Süd 7, aber auch die Dreiecksfläche Eilbek u.v.a.m. Es herrscht der Eindruck, dass die Karte 1.13. der „Stadtklimatischen Bestandsaufnahme“ als Anleitung genommen wird, um alle kleineren grünen Flächen in dieser Karte zu zerstören.

Ausschnitt aus der Karte 1.13. des „Stadtklimatischen Gutachtens“
Die grünen Flächen rechts oben vom Stadtpark zeigen die Kleingartenflächen, die durch das Pergolenviertel zerstört werden. Sie liegen in unmittelbarer Nähe zur (nichtklimatisierten) Asklepios-Klinik Barmbek (ockerfarbig) und stadtklimatisch besonders belasteten Wohngebieten in Barmbek-Nord (dunkelrot) und belasteten Wohngebieten (hellrot) in Barmbek-Nord

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Umso skandalöser ist es, dass hier das Baugesetzbuch völlig missachtet worden ist und es in den Bebauungsplänen keine Klimagutachten gibt.
Das Baugesetzbuch weist de Themen „Klima“, „Klimaanpassung“, „Klimawandel“ und „Klimaschutz“ eine herausragende Bedeutung zu:
§ 1 Abs. 5 Satz 2:
Sie <die Bauleitpläne> sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln sowie den Klimaschutz und die Klimaanpassung, insbesondere auch in der Stadtentwicklung, zu fördern, sowie die städtebauliche Gestalt und das Orts- und Landschaftsbild baukulturell zu erhalten und zu entwickeln.
§ 1 Abs. 6 Nr. 7a:
(6) Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind insbesondere zu berücksichtigen:

 7. die Belange des Umweltschutzes, einschließlich des Naturschutzes und der Landschaftspflege, insbesondere
a) die Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfalt,

§ 1a Abs. 5:
Den Erfordernissen des Klimaschutzes soll sowohl durch Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, als auch durch solche, die der Anpassung an den Klimawandel dienen, Rechnung getragen werden. Der Grundsatz nach Satz 1 ist in der Abwägung nach § 1 Absatz 7 zu berücksichtigen.
§ 171a, Abs. 3, Nr.1 und 6:
(3) Stadtumbaumaßnahmen dienen dem Wohl der Allgemeinheit. Sie sollen insbesondere dazu beitragen, dass
1. die Siedlungsstruktur den Erfordernissen der Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft sowie den allgemeinen Anforderungen an den Klimaschutz und die Klimaanpassung angepasst wird,

6. brachliegende oder freigelegte Flächen einer nachhaltigen, insbesondere dem Klimaschutz und der Klimaanpassung dienenden oder einer mit diesen verträglichen Zwischennutzung zugeführt werden, …“
Die Missachtung des Klimawandels ist keine nebensächliche Unterlassung, sondern stellt einen schweren Abwägungsfehler nach dem Baugesetzbuch dar. Die Prognosen in der „Stadtklimatischen Bestandsaufnahme“ gehen davon aus, dass sich die Hitzetage mit Temperaturen über 30°C zwischen 2010 und 2050 fast verdoppeln werden. Es geht hier nicht um individuelles Wohlbefinden bei Hitzetagen, sondern darum, dass bei jeder Hitzewelle eine Erhöhung der Sterblichkeit, insbesondere bei Herzkranken, nachgewiesen ist (siehe z.B. http://www.mdpi.com/2225-1154/2/3/133, Influence of Heat Waves on Ischemic Heart Diseases in Germany und die Publikation des Umweltbundesamts vom Juli 2015 http://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/klimawandel-koennte-kuenftig-mehr-hitzetote-fordern, Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Deutschen Wetterdienst, Klimawandel könnte künftig mehr Hitzetote fordern; Hitzewellen erhöhen das Sterblichkeitsrisiko von Herzkranken um bis zu 15 Prozent).
Klimaexperten gehen davon aus, dass in dem Hitzesommer 2003 ca. 3500 Menschen in Deutschland zusätzlich gestorben sind.

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Die Grafik aus “Influence of Heat Waves on Ischemic Heart Diseases in Germany“, http://www.mdpi.com/2225-1154/2/3/133, von Stefan Zacharias, Christina Koppe und Hans-Guido Mücke, veröffentlicht in Climate 2015, 3, 100-117, zeigt deutlich den Zusammenhang zwischen erhöhten Tagesmitteltemperaturen und Zunahme der Sterblichkeit bei Herzkranken















Die Stadtplanung beim Senat und in den Bezirken muss endlich den Klimawandel zur Kenntnis nehmen!

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