Die Einäugigen ...

von Eden für Jeden

Wohnungsbau! Wohnungsbau! Wohnungsbau! So schallt es allerorten aus den Medien, den Zeitungen, dem Fernsehen. Die Darstellung ist immer die gleiche. Ob im SPIEGEL oder in Plusminus im ARD-Fernsehen. Auf der einen Seite stehen die Politiker und die Investoren, die angeblich den fehlenden bezahlbaren Wohnraum schnell schaffen wollen, auf der anderen Seite die Kleingärtner, die ihre Gärten nicht unbedingt dafür hergeben wollen. „Der Feind in meinem Gemüsebeet“ titelt der SPIEGEL. So sehen es nach Meinung der Redakteure die Kleingärtner. „Kleingärten sind auch eine Art Baulandreserve“ sagt hingegen, ebenfalls laut SPIEGEL, Axel Gedaschko vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Wir vermissen da aber einiges. Wie sieht es mit der ökologischen Sicht auf dieses Thema aus? Kein Wort davon im SPIEGEL. Was ist mit Klimaschutz, Stadtklima, mit der Bewahrung der Natur in ihrer Vielfalt der Pflanzen und Tierwelt. Nichts davon. Das gilt auch für die verantwortlichen Politiker. Kli-maschutz ist für viele nur noch in Sonntagsreden präsent und das angesichts der neuesten Studien zu diesem wirklich brisanten Thema. Würden sie sonst die wertvollen Grünflächen so bereitwillig den Wohnungsbauinvestoren opfern? Und was den speziellen Fall Pergolenviertel  betrifft: Im Klima-Gutachten der Stadt Hamburg von 2012 werden die Flächen der Kleingartenvereine „Heimat“ und „Barmbeker Schweiz“ als „Grünflächen mit hoher bis sehr hoher stadtklimatischer Bedeutung“ gekennzeichnet. Ist das für die Planer bereits Geschwätz von gestern?

Es geht um mehr als ein paar Parzellen. Die Kleingärten im innerstädtischen Bereich sind als Grünflächen Teil des Ökosystems. Die Politik muss in solchen Fällen sorgfältig abwägen. Dem hohen Gut des (bezahlbaren) Wohnraums, das alle wollen, steht ein mindestens ebenso hohes Gut des Klimaschutzes gegenüber, an dem wir jetzt und in Zukunft nicht vorbeikommen werden. Man kann nicht einäugig die eine Seite fördern und die andere Seite ausklammern. Man kann nicht die in der Stadt noch verbliebenen Grünflächen Stück für Stück zubetonieren und gleichzeitig „Hamburg ist grün“ schreien.

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